Die Geschichte des Tennis reicht bis ins 13. bzw. 14. Jahrhundert zurück.
13. u. 14. Jahrhundert Geschichtlich hat Tennis seinen Ursprung trotz Wimbledon nicht in
England sondern in Frankreich. Tennis war und ist schon immer ein Rückschlagspiel mit
einem Ball. Der Begriff Tennis leitet sich wohl vom französischen tenez (haltet) ab.
Zu Beginn spielte man ohne Tennisschläger die Bälle (Leder- oder Korkbälle) mit der bloßen
Hand.
Der Tennisplatz war zu dieser Zeit meist ein Kloster bzw. Klosterhof. Fest steht, dass das
Service (Aufschlag) auf das Dach als Anspielfläche gespielt werden musste. Dieser indirekte
Beginn ist bis heute erhalten geblieben.
Da die Bälle schlechte Sprungeigenschaften aufwiesen, wurde das Spiel in sog. „Ballhäusern“
mit entsprechend sprungfreudigen Böden gespielt. Die Ballhäuser hatten meist dunkle Wände,
aus Kontrastgründen waren die Spieler daher meist weiß gekleidet. Daher kommt auch die
Bezeichnung des weißen Sports für Tennis.
Schon zum Beginn wurde um Geld (Sol später Sou im Wert von 15 denier) gespielt. Danach
zählten die Cracks 0,15,30, 45. Damit die Sache nicht zu teuer wurde entstand der Zählmodus
0,15,30,40,Spiel, wie auch Heute noch gezählt wird.
Eine Bürgerliche Margot aus Hennegau war die erste professionelle Tennisspielerin und
wurde von Philipp dem Guten gegen Bezahlung verpflichtet an seinem Hofe zu spielen.
15. u. 16. Jahrhundert Der saitenbespannte Schläger wird erfunden, der als „Racket“
bezeichnet wird. Tennis wurde zum Volkssport und zahlreiche Tennisplätze, Tennishallen im
Rahmen der damaligen Verhältnisse entstehen.
1533 lässt der König Franz I sogar auf dem Sonnendeck seines Schiffes einen Spielplatz
errichten. Die Ballqualität entwickelt sich weiter, aber selbst die besseren Lederbälle sind mit
Wolle, Sand etc. gefüllt, was mitunter für die Spieler gefährlich bis tödlich war.
Frankreich war führend in der Ballherstellung und überzog die Bälle mit weißem Tuch.
Es gab sogar eine eigene Zunft, deren Meister sich in Ball- u. Schlägerherstellung, sowie
Platzpflege beherrschen mussten. Zudem mussten sie noch zwei professionelle Spieler
bezwingen. Auch in England hat die Tennisbegeisterung im 16. Jahrhundert einen Höhepunkt
erreicht. Heinrich VIII ein leidenschaftlicher Spieler besitzt mindestens acht Tennisschläger
und zahlreiche Tennisplätze.
Im 16. Jahrhundert werden auch spezielle Tennisschuhe hergestellt. Sie haben keinen Absatz
und meist Sohlen aus Filz.
Die ersten Lehrbücher über Tennis werden veröffentlicht.
Nachdem sich das "jeu de paume" im 16. und 17. Jahrhundert zum Volkssport entwickelt, wird die Kritik an der Sportart immer lauter. Die Adligen nutzten die Ballhäuser zum Flirten und um hohe Einsätze zu spielen.
In öffentlich zugänglichen Ballhäusern werden alle möglichen Glücksspiele betrieben. Betrügereien nehmen überhand.
Weiterhin wird immer noch nach uneinheitlichen Regeln auf unterschiedlich großen Plätzen gespielt.
Die Zahl der Ballhäuser im späten 17. und 18. Jahrhundert geht drastisch zurück. Die Französische Revolution (1789)tut ein übriges, den Untergang des Tennissports in Frankreich zu beschleunigen.
Tennis wird in dieser Zeit wieder zunehmend ein Privileg des Adels.
Eine Voraussetzung für die Entstehung des modernen Tennis war die Entdeckung der Vulkanisierung durch Charles Goodyear 1839. Erst jetzt war es möglich, relativ kleine Bälle herzustellen, die robust waren und gleichzeitig gute Sprungeigenschaften aufwiesen. Die Mechanisierung der Arbeitsschritte und der Einsatz von Maschinen ermöglichte es, diese Bälle in großen Stückzahlen zu produzieren.
Zwei Gegebenheiten führten zur Geburtsstunde des modernen Tennis.
Um 1858 kombinierten der Anwalt Harry Gem und sein Freund Augurio Perera, verschiedene Teile des Spiels Rackets und des spanischen Pelota miteinander und spielten es auf einem Croquetfeld in Birmingham. 1874 gründeten sie zusammen mit zwei Ärzten den ersten Tennisclub der Welt.
Im Dezember 1873 erfand der englische Major Wingfield ein ähnliches Spiel zur
Unterhaltung seiner Gäste.
Im Februar 1874 meldete er seine Erfindung als Patent an und gab kurz darauf ein achtseitiges Regelbuch heraus. Die Regeln des Lawn Tennis waren dem modernen Tennis bereits sehr ähnlich.
Trotzdem wurde Tennis in der Anfangszeit noch nach verschiedenen Regeln gespielt. Ab März 1875 wurde von einer Kommission eine neue Version der Regeln veröffentlicht, nach denen zum ersten Mal der Aufschlag in besondere Felder am Netz erfolgen musste. 1877 veranstaltete der All England Lawn Tennis and Croquet Club das erste Tennisturnier, zu diesem Zweck wurden die Regeln erneut überarbeitet und die noch heute gültigen Maße für den Tennisplatz festgelegt. Der Anlass für dieses Tennisturnier war eine Rechnung über 10 Pfund für eine Rasenwalze, die erneuert werden musste. Man hoffte dafür Eintrittsgeld von den Zuschauern verlangen zu können. Wimbledon war geboren.
Zunächst nur für Männer zugelassen, wurden 1884 separate Wettbewerbe für Dameneinzel und Herrendoppel eingeführt. Seit 1910 sind auch Ausländer zugelassen.
Bis 1922 wurden die Wimbledon Championships im "Challenge Round"-Verfahren abgehalten. Dies bedeutete, dass sich der Vorjahressieger automatisch für das Finale qualifizierte.
Bis heute hat sich Wimbledon einen speziellen, altmodisch vornehmen Charakter bewahrt, der das Turnier von allen anderen abhebt. Nur hier findet die alte Regelung, dass 90 Prozent der Spielkleidung weiß sein müssen, noch Anwendung.
Traditionell nimmt das Publikum hier Erdbeeren mit Sahne zu sich. Bis zu einer
Regeländerung im Jahre 2003 wurde von den Spielern bei der Siegerehrung erwartet, vor den Mitgliedern der Königsfamilie mit einem Knicks (Damen) oder einer Verbeugung (Herren) höflich Respekt zu bekunden.